SupplyX-Barometer: Lieferketten neu denken – Vernetzung entscheidet
Hamburg, 23. Juli 2026 – Lieferketten müssen heute mehr leisten als je zuvor: Sie sollen effizient, widerstandsfähig, flexibel und anpassungsfähig sein. Das zeigt das 23. SupplyX-Barometer*, für das 150 Logistikverantwortliche in Deutschland zum Thema „Lieferketten neu denken – Perspektiven, Herausforderungen und Verantwortung“ befragt wurden. 85 Prozent der Unternehmen bewerten Digitalisierung weiterhin als wichtigsten Trend im Supply Chain Management. Gleichzeitig wird deutlich: In der praktischen Umsetzung bestehen nach wie vor deutliche Lücken.
Die Anforderungen an Lieferketten steigen spürbar. 81 Prozent der befragten Unternehmen berichten von wachsenden Kundenerwartungen an Liefergeschwindigkeit, Flexibilität und Warenverfügbarkeit. 68 Prozent sehen zudem einen steigenden Informationsbedarf entlang der gesamten Supply Chain. Dem gegenüber steht eine begrenzte Datenbasis: Nur 33 Prozent der Befragten verfügen über lückenlose Echtzeitdaten, die für eine durchgängige Steuerung notwendig wären.
Gleichzeitig gibt es strukturelle Hürden: Regulatorische Anforderungen (59 Prozent), hohe Investitionskosten (56 Prozent), Cyberrisiken (47 Prozent) und Fachkräftemangel (46 Prozent) erschweren die Umsetzung entsprechender Digitalisierungsstrategien. "Wir sehen einen klaren Perspektivwechsel: Die Supply Chain wird nicht mehr nur als Kostenfaktor betrachtet und rückt zunehmend näher an den eigentlichen Verkaufsprozess heran”, sagt Henning Goldmann, CEO SupplyX. „Damit steigen auch die Anforderungen an Transparenz und Integration. Entscheidend ist, dass Lieferketten als integraler Bestandteil der Wertschöpfung verstanden und entsprechend gesteuert werden."
Stabile Lieferantenbeziehungen sind das A und O
Dabei zeigt das SupplyX-Barometer 2026 auch, dass Unternehmen ihre Perspektive zunehmend erweitern. Neben Digitalisierung gewinnen Themen wie Nachhaltigkeit (67 Prozent) und Risikomanagement (65 Prozent) weiter an Bedeutung. Auch setzen viele Betriebe verstärkt auf Ansätze wie eine engere Zusammenarbeit innerhalb des Liefernetzwerks (55 Prozent) oder Diversifikation (51 Prozent). Supply Chains sollen damit nicht nur digitaler, sondern auch breiter und vernetzter aufgestellt werden.
Ein zentrales Ergebnis der Umfrage betrifft die Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz: 90 Prozent der Unternehmen sehen im Aufbau stabiler Lieferantenbeziehungen den wichtigsten Hebel – kein anderer Ansatz erreicht vergleichbare Werte. Damit wird deutlich, dass Resilienz nicht allein als technologische Herausforderung verstanden wird. Vielmehr rückt die Qualität der Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette in den Mittelpunkt.
Ohne Daten keine Resilienz – ohne Partner keine Wirkung
Parallel dazu bleibt die Rolle von Daten entscheidend. 70 Prozent der Befragten bewerten eine intelligente Datennutzung als wichtige Maßnahme für robuste Lieferketten, 66 Prozent setzen auf Monitoring und Analyse von Warenbewegungen. „Das zeigt: Stabile Partnerschaften und datenbasierte Steuerung sind eng miteinander verknüpft und bilden gemeinsam die Grundlage für belastbare Supply Chains“, ordnet Goldmann die Ergebnisse ein.
Auch bei der Bewertung technologischer Hebel ergibt sich ein klares Bild. 75 Prozent der Unternehmen sehen in der digitalen Zusammenarbeit mit Partnern und Kunden den größten Hebel zur Optimierung ihrer Lieferkette, noch vor klassischen Ansätzen wie Automatisierung oder Datenplattformen. Gleichzeitig halten 65 Prozent eine durchgängige Vernetzung aller Partner künftig für unverzichtbar, bei Unternehmen mit 250 bis 1.000 Mitarbeitenden liegt dieser Wert sogar bei 87 Prozent.
„Technologie entfaltet ihren größten Nutzen dort, wo sie Verbindungen schafft. Rein transaktionales Denken und die Erwartung, dass mehr Daten allein zu besseren Ergebnissen führen, greifen zu kurz“, erklärt Goldmann. „Der nächste Schritt besteht darin, Verantwortung in der Lieferkette gezielt zu verlagern – hin zu spezialisierten Logistikpartnern, die Prozesse nicht nur abwickeln, sondern aktiv steuern und weiterentwickeln. Erst durch diese intelligente Verknüpfung von Daten, Prozessen, Partnern und Verantwortung entsteht eine wirklich leistungsfähige und resiliente Supply Chain.“
Das gesamte 23. SupplyX-Barometer steht hier zum kostenlosen Download bereit.
Über SupplyX
Die SupplyX GmbH ist eine eigenständige Konzerngesellschaft der Otto Group. Als führender Spezialist für digitale Logistiklösungen optimiert SupplyX die Performance globaler Lieferketten. Das Unternehmen ist mit eigenen Standorten in Vietnam, den Niederlanden und Polen vertreten. Hinzu kommen strategische Partnerschaften in Indien, Pakistan, Bangladesch, China, den USA und weiteren Ländern. SupplyX bietet umfassende Produkte für Beschaffungslogistik, grenzüberschreitende Logistik und strategisches Supply Chain Management. Die Lösungen richten sich an Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen. Sie helfen dabei, Warenströme effizienter und transparenter zu gestalten.
*Über die Umfrage
Teilnehmer*innen: 150 Logistikverantwortliche
Methode: Telefonbefragung
Befragungszeitraum: März 2026