IT-Angriffe nehmen zu – mit diesen Maßnahmen gelingt die Abwehr
Wie haben sich die Angriffsmethoden verändert? Auf welche Art erfolgen Angriffe heute beispielsweise?
Alexander Gronwald: Cyberkriminelle sind heutzutage stark vernetzt und arbeiten hochprofessionell. Meist erfolgen die Angriffe auf breiter Front – mit dem Ziel, Schwachstellen und Sicherheitslücken in der IT-Infrastruktur von Unternehmen zu identifizieren. Eine gängige Taktik ist etwa, über Phishing Mails Zugriff auf Firmennetzwerke zu erhalten. Mit diesen gefälschten E-Mails sollen unwissende Mitarbeitende von der Weitergabe sensibler Login-Daten überzeugt werden, auch begünstigen sie durch das Anklicken mitgesandter verseuchter Links das Einschleusen von Schadsoftware. Die eigentliche Cyberattacke erfolgt meist erst später. So sitzt Schadsoftware mitunter monatelang unbemerkt im System – mit fatalen Folgen für das betroffene Unternehmen. Johannes Mattes: Cyberkriminalität hat sich zu einem internationalen Business entwickelt, in dem die Angreifer ihren Aufgaben wie in einem alltäglichen Job nachgehen. Sie entwickeln Angriffsstrategien, die leicht skalierbar sind und sich in großem Umfang gegen verschiedene Opfer anwenden lassen. In einen erfolgreichen Angriff auf Unternehmensnetzwerke sind meistens mehrere Akteure involviert, die jeweils ein Spezialgebiet haben. Das zeigt sich etwa bei Ransomware-Angriffen, deren Ziel es ist, Unternehmensdaten zu verschlüsseln und dann für die Freigabe ein Lösegeld zu erpressen. Dafür erstellt z.B. der eine Akteur die Schadsoftware, der nächste bricht in das Unternehmensnetzwerk ein und der dritte führt die Erpressung durch. /*! elementor - v3.8.1 - 13-11-2022 */
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Alexander Gronwald, www.tvkconsult.com
Johannes Mattes, www.byght.io
Wie gut sind mittelständische Unternehmen auf die steigende Gefahrenlage vorbereitet?
Johannes Mattes: Wir hören im Austausch mit mittelständischen Unternehmen immer wieder Aussagen wie: Uns wird wohl kein Hacker angreifen, was gibt es schon bei uns zu holen? Diese Annahme ist gefährlich, die Statistiken sprechen für sich: Von Hackerangriffen sind sämtliche Unternehmensgrößen betroffen. Da gerade in KMU die Sicherheitsvorkehrungen oft unzureichend sind, haben es Angreifer hier besonders leicht. Alexander Gronwald: Viele Mittelständler sind kaum oder nur unzureichend auf die steigende Gefahrenlage vorbereitet. Die größten Herausforderungen sind dabei eine mangelnde Reaktionsgeschwindigkeit, fehlende Fachexpertise im Bereich Cyber Security und das Fehlen eines konkreten Notfallplans. Auch die Sensibilisierung der Mitarbeiter*innen ist oft zu gering ausgeprägt.