„Mein Fokus für die Zukunft liegt auf der digitalen Transformation“
Herr Schiller, nach mehr als einem Jahrzehnt bei Hermes stellen Sie sich einer neuen Herausforderung und übergeben die Führung von Hermes International an Henning Goldmann. Auf welche Entwicklungen und Erkenntnisse blicken Sie zurück – was hat sich in Logistik und Supply Chain Management verändert und wie hat Hermes International dazu beigetragen?
Stephan Schiller: Diese Frage möchte ich mit einigen großen Überschriften beantworten: Die Ausnahme und der Ausnahmezustand sind in der jüngsten Vergangenheit zur Normalität geworden. Die Geschäftssparte Logistik und das Supply Chain Management mit seinem ganzheitlichen End-to-End-Blick auf Lieferketten haben an Relevanz gewonnen. Die Logistik wird zunehmend als Enabler zielgerichteten Handelns anstatt als reine Kostenfunktion wahrgenommen. Dabei erweisen sich folgende Faktoren als erfolgsentscheidend: Transparenz, die verstärkte Kollaboration innerhalb der Lieferkette und in diesem Zusammenhang Daten, Daten, Daten. Die Digitalisierung nimmt auch im B2B-Kontext der Logistik an Fahrt auf – so lassen sich Steuerung, Risikomanagement und Effizienz kontinuierlich optimieren. In den disruptiven Zeiten der vergangenen Jahre konnte Hermes International seine Kunden bei der Aufrechterhaltung von Warenströmen unterstützen, gleichzeitig für die Zukunft lernen und seine Angebote weiterentwickeln. So wurde die digitale Neu-Ausrichtung auf den Weg gebracht. Ich freue mich riesig, dass Henning Udo Goldmann mit seinem profunden Fachwissen und seiner Erfahrung übernimmt und entsprechende Weichen für das nächste Level stellen wird.
Herr Goldmann, Sie haben bereits intensiv mit Hermes International zu Themen wie Digitalisierung und Kollaboration zusammengearbeitet. Nun wollen Sie diese Vorhaben als neuer CEO von Hermes International voranbringen – worauf genau liegt Ihr Fokus?
Henning Udo Goldmann: Hermes International hat sich in den vergangenen Jahren mit seinen Produkten für Einzugslogistik und Supply Chain Management als ein ausgesprochen erfolgreicher Player positioniert. Ich bedanke mich bei Stephan für seine großartige Arbeit, die das Unternehmen dorthin hingebracht hat, wo wir heute stehen. Hermes International hat das Potential, um zum führenden Anbieter von aktiv gemanagten Supply Chains für den Mittelstand zu werden.
Hierbei handelt es sich um ein hoch komplexes Feld mit vielen dynamisch zusammenarbeitenden Partnern und Parteien, für das wir immer bessere, vor allem verstärkt digitale Lösungen bieten wollen. Mein Fokus liegt darauf, die unter der Führung von Stephan Schiller begonnene Transformation bei Hermes International fortzuführen und zu leiten. Die Erfahrungen aus der Corona-Zeit sowie vorherige Entwicklungen haben gezeigt, dass bestimmte Produkte dringend benötigt, aber bislang nicht am Markt angeboten werden. Wir möchten unseren Kund*innen in Zukunft den Zugang zu solchen Produkten und Dienstleistungen ermöglichen.